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Auto in Deutschland kaufen: die Papiere, die zählen

Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Beim Autokauf in Deutschland entscheidet nicht der Preis über den Erfolg, sondern die Papiere. Verlangen Sie vor der Zahlung die Zulassungsbescheinigung Teil II — das frühere Fahrzeugbrief —, denn ohne sie kann das Fahrzeug nicht auf Sie zugelassen werden (§ 6 Abs. 3 FZV); bei einem Neufahrzeug zusätzlich die Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) oder die Typgenehmigung (§ 6 Abs. 4 FZV); und den Nachweis der letzten Hauptuntersuchung, die bei Pkw nach 36 Monaten erstmals und danach alle 24 Monate fällig ist (Anlage VIII StVZO). Um das Fahrzeug anschließend zu bewegen, gibt es genau drei legale Wege: ein Kurzzeitkennzeichen für fünf Tage (§ 42 FZV), ein Ausfuhrkennzeichen, wenn das Auto Deutschland dauerhaft verlässt (§ 45 FZV), oder eine reguläre Zulassung auf Ihren Namen.

Was Sie sehen müssen, bevor Sie zahlen

Ein Fahrzeug ohne die richtigen Papiere ist nicht billiger — es ist unverkäuflich und nicht zulassungsfähig. Die folgenden Unterlagen entscheiden, ob aus dem Kauf eine Zulassung werden kann.

UnterlageWozuGrundlage
Zulassungsbescheinigung Teil IIOhne sie keine Zulassung. Das wichtigste Dokument des Kaufs.§ 6 Abs. 3 FZV
Übereinstimmungsbescheinigung (CoC)Bei Erstzulassung. Ersetzbar durch Typgenehmigung oder Einzelgenehmigung.§ 6 Abs. 4 FZV
HU-NachweisSagt Ihnen, was in den nächsten Monaten fällig wird.Anlage VIII StVZO
VerzollungsnachweisNur bei Einfuhr aus einem Nicht-EU-Staat.§ 6 Abs. 7 FZV
Die Unterlagen und ihre Rechtsgrundlage

Wie Sie mit dem Fahrzeug wegfahren

Sobald der Kauf abgeschlossen ist, stellt sich eine sehr praktische Frage: Mit welchem Kennzeichen fahren Sie los? Das Kennzeichen des Verkäufers gehört ihm, nicht dem Auto — es fährt nicht mit.

Es gibt genau drei legale Wege, und die Wahl hängt davon ab, wohin das Fahrzeug fährt. Bleibt es in Deutschland, führt kein Weg an einer regulären Zulassung auf Ihren Namen. Für die Überführung selbst kommen ein Kurzzeitkennzeichen oder ein Ausfuhrkennzeichen in Frage — die Unterschiede und die Fallstricke behandeln wir im Detail unter Kurzzeitkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen.

Was direkt nach dem Kauf ansteht

  1. 1
    Versicherung abschließenDer Halter eines Fahrzeugs muss eine Haftpflichtversicherung unterhalten (§ 1 PflVG). Sie erhalten eine eVB-Nummer, die der Versicherer elektronisch an die Zulassungsbehörde übermittelt (§ 49 FZV).
  2. 2
    Einzugsermächtigung für die Kfz-SteuerOhne schriftliche Ermächtigung wird nicht zugelassen (§ 13 Abs. 1 KraftStG). Das Gesetz lässt ausdrücklich das Konto eines Dritten zu.
  3. 3
    Termin bei der zuständigen BehördeWelche Behörde zuständig ist, richtet sich nach Ihrem Wohnsitz oder nach dem regelmäßigen Standort des Fahrzeugs (§ 75 Abs. 2 FZV). Das ist vorher zu klären, nicht am Schalter.

Häufige Fragen

Kann ich ein deutsches Auto kaufen und mit den Kennzeichen des Verkäufers heimfahren?

Nein. Das Kennzeichen gehört zur Zulassung des Verkäufers, und die Versicherung hängt an dieser Zulassung — nicht an Ihnen. Nutzen Sie ein Kurzzeitkennzeichen, ein Ausfuhrkennzeichen oder lassen Sie das Fahrzeug transportieren.

Was ist wichtiger: Teil I oder Teil II?

Für den Kauf die Teil II: § 6 Abs. 3 FZV verlangt ihre Vorlage mit dem Antrag. Die Teil I begleitet das Fahrzeug im Betrieb; die Teil II belegt, wer über das Fahrzeug verfügen darf.

Muss ich beim Kauf schon wissen, wo ich zulasse?

Es hilft sehr. Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem Wohnsitz oder nach dem regelmäßigen Standort des Fahrzeugs (§ 75 Abs. 2 FZV) — und davon hängt ab, welche Unterlagen Sie in welcher Reihenfolge brauchen. Diese Frage vor dem Kauf zu klären erspart die meisten bösen Überraschungen.

Quellen

Alle Regeln auf dieser Seite stammen aus dem konsolidierten Gesetzestext. Die Links führen direkt zur amtlichen Fassung.

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